Samstag, 19. November 2011

Agatha Christie - Mord im Pfarrhaus


Wer die Miss Marple Filme mit Margaret Rutherford kennt, und das wird auch für viele der erste Kontakt mit der älteren Kriminalistin sein, hat ein klares Bild dieser Frau vor Augen. Auch an die Vorgehensweise und die Präsens der Dame hat man sich gewöhnt. Die Filme sind auch nicht schlecht, mit Nichten, sie besitzen zurecht auch einen Kultfaktor: Trifft man sie beim Zappen, muss man dran bleiben, ohne genau zu wissen welchen der Streifen man gerade sieht, und ihn zu Ende schauen, auch wenn es nur darum geht die Titelmelodie am Ende zu hören.
Liest man das erste Buch, muss man sich nach dieser Erfahrung erst einmal umgewöhnen. Würde Margaret Rutherford in den Filmen so oft auftauchen, wie  Miss Marple im Buch, niemand würde sich an ihr Gesicht erinnern. Man schaut tatsächlich mehrmals auf den Einband um sich zu vergewissern, ob man tatsächlich ein Buch mit der berühmten Hobby Detektivin in der Hand hält. Irgendwann taucht sie aber tatsächlich noch auf und schaltet sich in das Ermittlungsgeschehen ein, um es in ihrer Art und Weise zu einem Ende zu bringen. Bis dahin hat man sich auch ein eigenes neues Bild von dieser Miss Marple gemacht und man kann Bücher und Filme unabhängig voneinander genießen.

Dienstag, 16. August 2011

Bedarfsgewerbeverordnung in Hessen

Muss das denn sein? Bedarfsgewerbeverordnung?
Arbeiten, die nicht an Werktagen ausgeführt werden können, in Videotheken? (Gibt es da Sonntagsszenen in den Filmen, die Werktags nicht zu sehen sind?), Bibliotheken? (Stadtbücherei: nein, Uni: ja), Garagen, Parkhäuser (O.K.), Brauereien? (Weil der das Quellwasser nur am Sonntag fließt?), Immobiliengewerbe? (Nur wer im Eigenheim wohnt kann am Gedanken sonntags vom Makler gestört zu werden, weil die Nachmieter sich die Wohnung anschauen wollen, nichts Schlimmes finden!), Eisherstellung? (Weil wir ja immer noch mit Eisblöcken kühlen müssen und sich das Zeug nicht lange lagern lässt?), Versandhandel? (Brauch kein Mensch, am Sonntag!) und der Brüller zum Schluss: Lotto- und Totogesellschaften, weil die Kugeln am Sonntag anders Fallen als unter der Woche!

Montag, 13. Juni 2011

Tapfere neue Apple-Welt

„Es nervt Dateien von einem Gerät zum anderen zu kopieren“, dieser Aussage des Apple-Gründers ist hinzuzufügen: gerade, wenn es sich um spezielle Apple Dateien, zum Beispiel aus dem iTunes-Store etc. handelt. Diese sind mit normalen Geräten nicht kompatibel und mit DRM so verschlüsselt, dass man nicht das damit tun kann, was man möchte. Damit ist nicht das illegale Kopieren gemeint, sondern das Kopieren meiner, schließlich habe ich dafür bezahlt, Dateien, von einem meiner Geräte auf ein anderes meiner Geräte. Vielleicht möchte ich das teure iPhone nicht zum joggen mitnehmen und meine, schließlich habe ich dafür bezahlt, Musik, auf einem günstigen mp3-Player anhören. Mit normalen mp3s kein Problem, aber wenn sich Apple einmischt …
Für das von Apple selbst geschaffene Problem haben sie jetzt auch eine eigene Lösung gefunden. ICloud. Alle Dateien, die man auf seinen Geräten (Apple geht davon aus, dass es sich, spätestens in der Zukunft, ausschließlich um Apple-Geräte handelt) haben möchte, sind nicht auf den Geräten, sondern im Internet, auf Apple eigenen Servern, gespeichert. Das tolle daran, jetzt kann man sie auf allen Geräten gleichzeitig nutzen, ohne lästiges Synchronisieren.
Wie schon angedeutet darf man bezweifeln, dass iCloud auch mit anderen Geräten funktioniert. Was ist denn, wenn das Internet ausfällt, die Apple-Server gehackt werden? Wer garantiert, dass sich Apple nicht die persönlichen Bilder mal anschaut? Das US-amerikanische Verhältnis zum Datenschutz ist ja mit dem unsrigen nicht sehr verwandt, wie man am aktuellen Facekook-Gesichterscanner sieht. Und wenn Apple meine Dateien nicht mag, werden sie einfach gelöscht, wie es ja auch mit meinen, schließlich habe ich dafür bezahlt, Apps auch gerne mal geschieht.
Die offensichtliche Verarsche, Tschuldigung, kommt schließlich aber bei der enorm großzügig (Ironie) bemessenen Bereitstellung des kostenlosen Speichervolumens: 5GB! Mal abgesehen davon, dass sich mittlerweile die Standardfestplatten in Richtung 2TB bewegen, hat das iPhone 4 einen Speicher von 16 GB. Man kann also noch nicht einmal ein Drittel seiner Daten des Telefons, Musikgeräte und Computer noch nicht mitgerechnet, auf der Wolke speichern, sondern muss sich hierfür schon Speicherplatz, wahrscheinlich teuer, hinzukaufen.
Wer sich gerne in die Abhängigkeit vom Apfel stellen möchte, nach dem Motto: An Apple a day keeps the freedom away, soll dies zum, aber ich werde mich nicht unter das iBrace (Joch) begeben.

Sonntag, 5. Juni 2011

Hakan Nesser - Kim Novak badete nie im See von Genezareth

Ein neues Buch im Regal.
Hakan Nesser - Kim Novak badete nie im See von Genezareth
Ein Krimi ist dieses Buch eigentlich nicht. Es geht um einen Sommer eines Teenagers, an den er sich den Rest seines Lebens erinnert und der ihn prägt. Es zeigt auch, dass Menschen einen nur für einen kurzen Teil den eigenen Wegs des Lebens begleiten, in Vergessenheit geraten und doch so wichtig sind, dass sie in der Geschichte seines Sommers eine wichtige Rolle übernehmen.
Wer sich einmal in einen Sommer in Schweden in den 1960er Jahren wiederfinden möchte, dem sei dieses Buch empfohlen. Gerade für eine Sommerlektüre eignet sich diese Geschichte, die uns mit der Gedankenwelt des 14-jährigen Erik vertraut macht.
Gerade für nicht Krimi Fans kann dieser Krimi, der keiner ist, ein Krimi sein, um mal einen Krimi gelesen zu haben und auch Krimi Fans seien beruhigt: es wird jemand umgebracht!