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Montag, 6. Januar 2014

Die Vermessung der Welt

Immer wenn einem ein Roman nicht zusagt muss man in Betracht ziehen, diesen nicht richtig verstanden zu haben. Vielleicht ist mir auch das Genre Roman beim vergnüglichen Lesen nicht zugetan, solange es kein Krimi ist. Am Ende habe ich mich durch die Vermessung durchbeißen müssen, was aber nicht nur an meinem Unverständnis gelegen haben kann.
Solange sich die beiden Forscher parallel ihren Entdeckungen hingeben ist das Buch interessant und durch Humor und Ironie gut und gerne gelesen. Hier stören auch die fiktionalen Anteile des Textes nicht.
Allerdings versäumt der Autor die zu Beginn geöffnete Rahmenhandlung zum Ende wieder sinnvoll zu schließen. Vielmehr beginnt eine neue Passage, getrennt durch einen unerklärten Zeitsprung vom Rest der Erzählung, die mit Eugen einen neuen Handlungsstrang erhält, in der sich ansonsten Gauß und Humboldt noch unterhalten und Humboldt eine Reise durch Russland unternimmt. Diese Passage ist zu kurz um noch einmal einen neuen Einstieg zu ermöglichen, quasi eine neue Runde der Erzählung zu beginnen und zu lang für den Schluss der Rahmenhandlung, die nicht deutlich länger sein sollte, als zu Beginn. Spätestens bei den Gesprächen der beiden Protagonisten wird der permanente / penetrante Konjunktiv / indirekte Rede zum verwirrenden Ärgernis. Ein flüssiges, den Inhalt und die Spannung aufsaugendes Lesen, ist nicht mehr möglich, da die unangebrachten Satzkonstruktionen wiederholt neu gelesen um verstanden zu werden müssen.
Die Geschichte um Eugen macht zwar keinen Sinn, findet aber wenigstens zu einem Ende. Dies ist der Erzählung der beiden Forscher nicht vergönnt, die irgendwann vom Äther verschluckt wird. Schließlich wird Humboldt noch seiner Genialität beraubt, der auf seiner Russlandreise nicht mehr der herausragende Wissenschaftler ist, da ihm seine Mitreisenden intellektuell enteilen und er sich über die zu schnell fahrende Kutsche beklagt, die ihn daran hindert die Landschaft zu beobachten. Hier ist nun von Humor und Ironie nichts mehr übrig und das Erzählte wird platt.

Der Ansatz stimmt, aber am Ende hat er sich verrechnet.

Dienstag, 16. April 2013

Politik für Ausgeschlafene

Man kann von der Frauenquote halten, was man möchte, auf beiden Seiten stehen Argumente, die nachvollziehbar sind und ihre Berechtigung haben. Da es auch Frauen gibt die eine Quote ablehnen, kann man sich gottlob sicher sein, dass es sich hier nicht um ein Geschlechterkampf handelt, sondern um ein argumentativ umstrittenes Thema.
Sicher würde es uns gut tun, wenn mehr Frauen in Politik und Wirtschaft mitreden und mit agieren würden, es ist nur die Frage, ob eine mutmaßlich aufgeklärte Gesellschaft hierfür wirklich eine Quote braucht. Wobei, Frauen in der Politik?
Auf diesen Zickenkrieg der drei Alpha-Frauchen kann ich gerne verzichten. Vor allem, wenn man sich das aktuelle Ergebnis anschaut: Du stimmst bei dem Antrag der Opposition nicht mit, dafür nehmen wir das in unser Wahlprogramm auf (der Parteitag der ein solches Verabschieden muss wurde dabei mal eben übergangen, die Demokratie sagt herzlich Danke!) und in fünf Jahren (oder etwas später) machen wir das gleiche dann selber.
Vielleicht (Achtung, jetzt wird es chauvinistisch!) sollte man wirklich eine feste Quote einführen, allerdings nicht mit einer Mindestquote.

Samstag, 13. Oktober 2012

Buchmesse Frankfurt 2012

Das Buch ist tot? Keineswegs!
Schon auf dem Weg nach Frankfurt war der Zug zu sicher 3/4 mit Messereisenden besetzt. Massen strömen zur Bücherschau. Das Publikum hat sicher unterschiedliche Interessen, aber sie drehen sich alle im eines, Bücher, Literatur. Es muss nicht immer Goethe sein, Schiller gefällt mir eh besser. „... und wenn sie sich Mangas, das ist ja auch Literatur", sagte, sinngemäß, eine Verlegerin zum Thema Leseverhalten von Jugendlichen.
Einige sehen sich in einem riesigen Buchladen, andere betreiben Promispotting, unseren Bundespräsidenten hab ich auch gesehen. Meist sieht man aber auch nur einen Menschenauflauf und muss sich dann anhand des ausgehängten Programms erschließen wer hier umringt wird. Nicht zu vergessen sind die Jäger und Sammler. Auf der Jagd nach allem Kostenlosen sind Einige so erfolgreich, dass sie extra Ziehkoffer benötigen, um ihre Beute in die heimische Lesehöhle zu schaffen. Anderen wird in deren Jagdfieber neben sinnvollem Infomaterial aber auch anscheinendes Altpapier in die Hand gedrückt - es war aber doch kostenlos. Die Sammler sammeln Tüten; eines der Phänomene einer Buchmesse, die ich ´mir noch nicht erklären konnte. Sammeln sie Papiertaschen um der Papiertaschen willen oder  haben sie so große Angst, dass die eine Tüte so schnell mit dem Altpapier voll ist, dass sie das restliche in der Hand tragen müssten, dass möglichst viele Papiertaschen zusammengesammelt werden? Schließlich sind die Papiertaschen so voll gestopft mit Papiertaschen, dass noch nicht einmal mehr ein Lesezeichen hineinpassen würde. Aber von Taschen kann man ja nie genug haben. Stellt man sich einmal vor in einem Supermarkt gehen die Plastiktüten aus, dann kann man entweder wenigstens seine eigenen Einkäufe sicher nach Hause tragen oder man stellt sich mit seinem Auto vor diesen Supermarkt und verkauft aus dem Kofferraum die Errungenschaften der letzten 20 Buchmessen an die verzweifelten anderen Kunden und macht richtig viel Kohle. Ich habe wirklich Menschen gesehen, die hatten nicht außer Papiertaschen in den Händen, aber richtig Probleme durch die vollen Gänge zu gehen und ich verstehe es einfach nicht.
Vor der Signierstunde einer Autorin hatte sich eine Schlange gebildet, die mich herausgefordert hat deren Ende zu suchen, welches ich auch zwei Ecken weiter tatsächlich fand. Mitleid und Respekt, denn das Ende hatte sicher eine Stunde später immer noch keine Widmung in ihrem Buch, aber dafür in den Waden Beschwerden.
Ich startete mit einer Tanzdarbietung traditioneller Māori Tänze und einer Gesprächsrunde über neuseeländisches Storytelling in den Messetag. Der positive Eindruck dieser freundlichen Menschen mit der interessanten Kultur wird diesen Tag überdauern und nachhallen. Es ehrt uns, dass sie einmal um die Erde reisen, um uns die Möglichkeit zu geben daran teilzuhaben.
Die „Welt" schreibt heute, die Buchmesse sei die einzige Zeit im Jahr, in der Literaturkritiker kein Buch lesen. Viele Andere fangen gerade dann wieder an. Viel Freude beim Lesen!

Dienstag, 16. August 2011

Bedarfsgewerbeverordnung in Hessen

Muss das denn sein? Bedarfsgewerbeverordnung?
Arbeiten, die nicht an Werktagen ausgeführt werden können, in Videotheken? (Gibt es da Sonntagsszenen in den Filmen, die Werktags nicht zu sehen sind?), Bibliotheken? (Stadtbücherei: nein, Uni: ja), Garagen, Parkhäuser (O.K.), Brauereien? (Weil der das Quellwasser nur am Sonntag fließt?), Immobiliengewerbe? (Nur wer im Eigenheim wohnt kann am Gedanken sonntags vom Makler gestört zu werden, weil die Nachmieter sich die Wohnung anschauen wollen, nichts Schlimmes finden!), Eisherstellung? (Weil wir ja immer noch mit Eisblöcken kühlen müssen und sich das Zeug nicht lange lagern lässt?), Versandhandel? (Brauch kein Mensch, am Sonntag!) und der Brüller zum Schluss: Lotto- und Totogesellschaften, weil die Kugeln am Sonntag anders Fallen als unter der Woche!

Montag, 13. Juni 2011

Tapfere neue Apple-Welt

„Es nervt Dateien von einem Gerät zum anderen zu kopieren“, dieser Aussage des Apple-Gründers ist hinzuzufügen: gerade, wenn es sich um spezielle Apple Dateien, zum Beispiel aus dem iTunes-Store etc. handelt. Diese sind mit normalen Geräten nicht kompatibel und mit DRM so verschlüsselt, dass man nicht das damit tun kann, was man möchte. Damit ist nicht das illegale Kopieren gemeint, sondern das Kopieren meiner, schließlich habe ich dafür bezahlt, Dateien, von einem meiner Geräte auf ein anderes meiner Geräte. Vielleicht möchte ich das teure iPhone nicht zum joggen mitnehmen und meine, schließlich habe ich dafür bezahlt, Musik, auf einem günstigen mp3-Player anhören. Mit normalen mp3s kein Problem, aber wenn sich Apple einmischt …
Für das von Apple selbst geschaffene Problem haben sie jetzt auch eine eigene Lösung gefunden. ICloud. Alle Dateien, die man auf seinen Geräten (Apple geht davon aus, dass es sich, spätestens in der Zukunft, ausschließlich um Apple-Geräte handelt) haben möchte, sind nicht auf den Geräten, sondern im Internet, auf Apple eigenen Servern, gespeichert. Das tolle daran, jetzt kann man sie auf allen Geräten gleichzeitig nutzen, ohne lästiges Synchronisieren.
Wie schon angedeutet darf man bezweifeln, dass iCloud auch mit anderen Geräten funktioniert. Was ist denn, wenn das Internet ausfällt, die Apple-Server gehackt werden? Wer garantiert, dass sich Apple nicht die persönlichen Bilder mal anschaut? Das US-amerikanische Verhältnis zum Datenschutz ist ja mit dem unsrigen nicht sehr verwandt, wie man am aktuellen Facekook-Gesichterscanner sieht. Und wenn Apple meine Dateien nicht mag, werden sie einfach gelöscht, wie es ja auch mit meinen, schließlich habe ich dafür bezahlt, Apps auch gerne mal geschieht.
Die offensichtliche Verarsche, Tschuldigung, kommt schließlich aber bei der enorm großzügig (Ironie) bemessenen Bereitstellung des kostenlosen Speichervolumens: 5GB! Mal abgesehen davon, dass sich mittlerweile die Standardfestplatten in Richtung 2TB bewegen, hat das iPhone 4 einen Speicher von 16 GB. Man kann also noch nicht einmal ein Drittel seiner Daten des Telefons, Musikgeräte und Computer noch nicht mitgerechnet, auf der Wolke speichern, sondern muss sich hierfür schon Speicherplatz, wahrscheinlich teuer, hinzukaufen.
Wer sich gerne in die Abhängigkeit vom Apfel stellen möchte, nach dem Motto: An Apple a day keeps the freedom away, soll dies zum, aber ich werde mich nicht unter das iBrace (Joch) begeben.

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Abschied vom Hirsefeldsteg

Heute wurde der Hirsefeldsteg seiner Bestimmung enthoben und abgerissen.
Die neue Flussquerung hat zwar gewisse Forteile (Schön breit und schön
beleuchtet), aber sie ist nicht der Hirsefeldsteg.
Ein weiteres Baudenkmal hat Marburg verlassen und die beschauliche
Flusslandschaft hat ihren harmonischen Charakter verloren.
Danke an den Hirsefeldsteg, der Marburg verbunden hat. Die neue Brücke hat
die Marburger zunächst einmal entzweit, wie weit wir uns mit ihr verbinden
können muss sie erst einmal zeigen.

Donnerstag, 4. November 2010

Montag, 7. Juni 2010

Neue Touristenattraktion in Marburg

Die Ausgrabungsarbeiten am kürzlich entdecken Damm, der von Marburg nach Troja führt, dauern noch an. Darum ist der Trojadamm auch gesperrt! 

Dienstag, 23. Oktober 2007

Afrika und die Prominenz

Vor einigen Wochen wurde Afrika von einer riesigen Überschwemmung heimgesucht. Sie zog sich einmal quer durch den Kontinent. Mehr als ein Dutzend Staaten waren betroffen Millionen Menschen somit auch. Sie verloren Hab und Gut und vor allem die gesamte Ernte des Jahres. Habt Ihr nicht mitbekommen? Kein Wunder war auch nicht so interessant. Selbst in der 19 Uhr "Heute"-Sendung kam die Meldung nur unter ferner liefen.

Die TOP-Meldung "Heute" um 19 Uhr: "500.000 Menschen fliehen vor Bränden". Ein Feuer vor San Diego bedroht vor allem die Villen der Reichen und Schönen. Na gut, nicht alle dürften Promis sein, aber am Hungertuch nagt da keiner. Es ist auch so, daß es für jeden persönlich tragisch ist, wenn das Haus abbrennt, mit all den Erinnerungen und unwiederbringlichen Sachen. Aber die meisten können sich wenigstens ein neues Haus bauen, weil sie versichert sind. Ich möchte einmal eine Versicherung sehen, die in Afrika Missernten versichert. Da geht es wirklich ums überleben. Außerdem allein, die arealen Unterschiede müssten doch schon ausschlaggebend sein.

Auf der einen Seite ist da Kalifornien. Ein Bundesstaat der USA, es wird aus einer Stadt berichtet. (Übrigens wird an dieser Stelle der Vergleich mit New Orleans gezogen. Eine, mit Sicherheit schöne Stadt, die ich auch gerne einmal sehen möchte, die auch überflutet wurde, wobei allerdings auch damals die Ausmaße um einiges geringer waren als jetzt in Afrika.) Auf der anderen Seite steht Afrika.

Es ist eine falsche Herangehensweise zu schauen, dass bei der einen Katastrophe vielleicht der ein oder andere Mensch mehr oder weniger zu Schaden gekommen ist, als bei der anderen. Man darf nicht vergessen, dass es immer (auch) einzelne Schicksale sind. Aber eine kontinentale Naturkatastrophe gehört nicht an das Ende der Nachrichten und scheinbar unterhaltende brennende Promi-Häuser sind nicht die TOP-Meldungen des Tages.

Eine Nachricht dient nicht der Unterhaltung sondern der Information. Täglich brennt ein Haus, aber daß ein halber Kontinent überflutet wird, ist nicht alltäglich.

Mittwoch, 8. August 2007

Möventerror

Ist das ein kläglicher Versuch etwas negatives über Sylt zu suchen?
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhalt/15/0,4070,5584527-0,00.html
Also ich werde im September dem ganzen mal persönlich auf den Grund gehen.

Dienstag, 31. Oktober 2006

Heute ist …

…Reformationstag! Man kann dazu stehen wie man möchte, ich bedauere es, daß die Reformation ein Schisma der Kirche bewirkt hat. Nichts desto trotz war die Kritik die Luther an der Kirche geübt hat in einigen Punkten durchaus berechtigt. Was dadurch ausgelöst wurde war so ein gewaltiger Umbruch für die gesamte Weltgeschichte, daß dieses Ereignisses gedacht werden muß. Ein religiöser Feiertag ist er für die evangelischen Christen und das ist in erster Linie die Bestimmung dieses Tages.
Halloween ist heute nicht, denn wir sind nicht in Amerika. Da dürfen die Leute gerne ihre Mitmenschen erschrecken und Kürbisse anzünden. Das ist auch ihre Tradition. Bei uns ist das nur ein Feiertag der Kostümindustrie. Auch bei uns gibt es kleine lokale Gelegenheiten, an denen die Kinder durch die Straßen ziehen, um Süßigkeiten zu sammeln. Leider geraten diese kleinen Feste immer mehr ins Hintertreffen. Ich halte mit Sicherheit nichts von Anti-Amerikanismus, aber wir müssen nicht immer alles aus den USA importieren, was uns die Medien vor die Nase halten.
Wenn überhaupt, dann darf man ein wenig in einem Irish-Pub feiern, denn aus Irland kommt Halloween ursprünglich her. So erklärt sich auch der Name, der auf den Ausdruck "All Hallow's Eve" zurück geht. Dieser bedeutet der "Vorabend von Allerheiligen". Allerheiligen ist morgen, und das ist ein katholischer Feiertag …

Mittwoch, 18. Oktober 2006

1. Geburtstag

Ja, das sollte man nicht vergessen! Mein Blog ist jetzt ein Jahr alt. Für Euer Interesse möchte ich mich bedanken, zumal ich ja nicht all zu oft großartige Ergüsse hier ablasse. Eigentlich fehlt es mir nicht an allgemeinen Themen und ins Kino gehe ich ja auch noch immer, aber es fehlt im Moment die Zeit.

Seit Anfang September schreibe ich meine Magisterarbeit, und da kann man sich so Spirenzchen nicht all zu oft erlauben. Aber mal sehen, wie es sich ergibt, dann schreib ich Euch mal wieder was.

Montag, 12. Juni 2006

Was für eine Verschwendung?

Da hat man einen großen Balkon und kann nach einem warmen und schönen, weil nicht schwülen Sommertag den lauen Abend genießen. Man sitzt zu zweit bei leichter Musik, einem leichten Rotwein zusammen und läßt in einem entspannten Gespräch den Tag Revue passieren. Die Sonne ist mittlerweile untergegangen, die Schwalben drehen ihre letzten Runden am wolkenlosen Himmel, während die Abendbeleuchtung die Dämmerstunde ankündigt, wenngleich die ersten Sterne noch auf sich warten lassen. Irgendwann genießt man nur noch die Ruhe und entschließt sich zu guter Letzt, obwohl man noch nicht von der nächtlichen Kühle nach Drinnen getrieben wird, ins Haus zu gehen und den Abend in trauter Zweisamkeit zu beenden.

Allerdings steht der zweite Gartenstuhl seit Wochen ungenutzt auf meinem Balkon. Anstatt mich zu unterhalten lerne ich für die Uni und die Flasche Wein, die für einen alleine eigentlich zu viel ist, steht am Ende doch leer in der Ecke. Und irgendwie beschleicht mich das Gefühlt, daß da irgendwas falsch läuft, und daß diese unbeschwerte Sommerzeit auch nicht ewig bleiben wird. Was wird dann aus meinem Balkon, dem Wein, den warmen Abenden, den Unterhaltungen (Selbstgesprächen?) …? Das ist doch eine Verschwendung von Zeit und Möglichkeiten!

Samstag, 10. Juni 2006

So Weiter Machen...

Endlich ist es soweit, die WM hat angefangen. Endlich ist Schluß mit teilweise belanglosen und oft etwas erzwungenen Berichten im Vorfeld der Meisterschaft. Endlich bekommen wir echte Fakten und die Spannung steigt, bis sich die Frage geklärt hat, daß Deutschland Weltmeister ist.

Es ist nicht so, daß alles was im Umfeld der WM so zu erfahren ist Blödsinn ist. Aber einiges ist doch übertrieben. Man findet ja kaum noch etwas, was nicht mit Fußbällen oder Landesfarben der Teilnehmerländer "verziert" ist. Die Kekse in Fußballfarben schmecken auch nicht anders als sonst, alle Klamotten, auf denen nur auch nur ein Hauch an Fußball erinnert, finden reißenden Absatz, Turnschuhe mit den Flaggen der Nationen (sind aber im Preis schon reduziert worden), das ist ja noch in Ordnung; aber brauchen wir wirklich (Computer) Mäuse mit der Flagge von Brasilien oder Italien oder Deutschland oder Argentinien oder Ecuador oder Costa Rica oder Polen oder England oder Schweden oder Trinidad und Tobago oder Paraguay oder Elfenbeinküste oder Niederlande oder Serbien und Montenegro oder Angola oder Iran oder Portugal oder Mexiko oder Ghana oder Italien oder Tschechien oder USA oder Japan oder Kroatien oder Australien oder Togo oder Südkorea oder Frankreich oder Schweiz oder Tunesien oder Saudi-Arabien oder Ukraine oder Spanien?

Einiges ist auch wirklich toll. Die Schüler bei der Unterkunft von Ecuador haben extra Spanisch gelernt, um die Gäste zu begrüßen, HR-3 sendet Verkehrsnachrichten auf Englisch für die Englischen Fans, was ein ganz spontaner Gedanke war, alle sind im Fußballfieber und es gibt etliche weitere Beispiele, bei denen man merkt, daß die Welt bei Freunden zu Gast ist. Und die Welt fühlt sich als gern gesehener Gast. Sonst wäre nicht so eine gute Stimmung unter den Fans, die alle miteinander Feiern und sich über die WM freuen. Daß es am Rande zu kleinen Zwischenfällen kommt ist nicht toll, bleibt aber auch nicht aus, wenn so viele Menschen aufeinandertreffen und wenn die dann besoffen sind... Das kommt bei jedem Volksfest, Kirmes Schützenfest etc. vor, das hat nichts mit dem Fußball zu tun. Daß die NPD unbedingt demonstrieren muß (darf) kann ich nicht verstehen, aber so wie es im Moment aussieht hat das unserem Ansehen nicht geschadet.

Das Turnier ist so spannend, jetzt schon. Wir haben gewonnen, Ecuador souverän gegen Polen, England nur, weil Paraguay ein Eigentor geschossen hat, Schweden nicht, dafür Trinidad und Tobago einen Punkt und auch die Elfenbeinküste hat sich gut gegen Argentinien verkauft. Ein tolles Turnier und vier Wochen Party, so sollten wir Weiter Machen!

Man muß nicht Erster sein um (Menschen) zu gewinnen

Was war das für eine tolle Weltmeisterschaft! Wir sind aber nur dritter geworden. Nur Dritter? Das habe ich von keinem gehört und das ist auch nicht wichtig. Wichtig ist was diese WM bewirkt und gezeigt hat.
„Die Welt zu Gast bei Freunden“. Das Motto ist doch fast eine Untertreibung für das was wir erlebt haben. Alle Fußballfreunde sind mit einer prima Erfahrung wieder nach Hause gefahren. Die Möglichkeit, daß die ganze Welt in Deutschland mit Deutschen und allen anderen eine riesige Party feiern kann, auch wenn man zu einer anderen Mannschaft hält. Wie schnell sind die Unkenrufe wegen einer vermeintlichen nationalistischen Gefahr verstummt. Unter anderem auch, weil sich wohl keiner in die peinlichen Reihen der GEW einreihen lassen wollte, nachdem die sich lächerlich gemacht hatte. Nur schade, daß solche Leute unsere Kinder unterrichten. Es stellte sich aber heraus, daß aus dem Schwenken von schwarz-rot-goldenen Fahnen keine Gefahr ausgeht. Im Gegenteil! Wenn das, was wir in den letzten vier Wochen erlebt haben nationalistisch gewesen sein soll, dann kann man nur mehr davon verlangen. Es wurde sogar schon darüber nachgedacht die Stimmung in Einmachgläser zu konservieren. Das wäre für alle gut und DER Expotschlager. Wir haben im Ausland eine Menge guter Eindrücke hinterlassen und viele Menschen für uns gewonnen.
Richtig beeindruckt war ich aber auch über unsere Torhüter. Keine hätte sich getraut, so etwas vorherzusagen. Da wird kurz vor der WM der „Titan“ des Deutschen Tors auf Platz zwei gestellt und keiner hätte sich gewundert, wenn er nicht zum Turnier mitgekommen wäre, oder Unfrieden in der Mannschaft gestiftet hätte. Aber das Gegenteil ist eingetreten. Kahn war nicht nur mit von der Partie, sondern war außerdem eine Stütze für die Deutsche Mannschaft. Sogar seinem Konkurrenten spricht er Mut zu, kurz vor dessen schwierigster Aufgabe, dem Elfmeterschießen gegen Argentinien.
Jens Lehmann drückte dann seinen Dank und Anerkennung, auch der gesamten Mannschaft, dadurch aus, daß Oliver Kahn sein Abschiedsspiel gegen Portugal bestreiten durfte. Es ist doch egal, welche Nummer auf dem Rücken steht, bei dieser WM waren beide spitze und haben mich sehr beeindruckt. Beide stehen symbolisch für das was wir von der WM in unserem Land behalten sollen.
Der erste ist zwar der Sieger, aber er muß noch lange nicht der Gewinner sein. Wir haben mit Sicherheit am meisten gewonnen, nämlich jede Menge neue Freunde. Der sogenannte 12. Mann hat ein großes Turnier gespielt, und mal ehrlich, den besten Fußball hat die Deutsche Mannschaft präsentiert. So weitEr Machen.

Sonntag, 2. April 2006

Unvergessen

Vor einem Jahr verstarb Pabst Johannes Paul II.

Kaum ein Mensch ist ein Jahr nach seinem Tod noch so präsent, sei es in den Medien oder in unseren Köpfen. Von seinem Pontifikat wird die katholische Kirche noch lange zähren und noch viele Impulse erhalten. Für viele war er DER Pabst überhaupt, weil man auch keinen anderen kannte. Er war wie der Helmut Kohl der katholischen Kirche.

Mit JPII ist ein großartiger, charakterstarker, liebevoller und gottesfürchtiger Mensch aus dieser Welt geschieden. Er sollte uns ein Vorbild sein, auch wenn wir nie an ihn heranreichen können, aber er war ja auch nicht umsonst Stellvertreter Christi!

Montag, 27. März 2006

Die vergessene Wahl

Ich bin schon etwas überrascht, daß die drei Landtagswahlen so sehr die Kommunalwahlen in Hessen überschattet haben. Es ist mir zwar klar, daß die Landtagswahlen um einiges bedeutender sind, ich hatte aber erwartet, daß man in den Nachrichten, wenn man eh über Wahlen berichtet, das einfach so mit erwähnt. Muß aber auch nicht sein.

Auch wenn berechtigt, die geringe Wahlbeteiligung beklagt wird, und in Hessen war das auch nicht besser, so habe ich doch eine Erfahrung gemacht, die diesem Trend entgegenspricht. Ich mußte über 20 Minuten anstehen, um meine Stimme abgeben zu können. Wie die letzten Wahlen auch, habe ich etwas früher als sonst auf den Weg zur Kirche gemacht, um vorher, das Wahllokal liegt quasi auf dem Weg, noch zu Wählen. Es hatten aber noch einige andere die gleiche Absicht, kurz vor knapp das Kreuzchen zu machen. Da in Hessen aber, jetzt zum zweiten Mal das Kumulieren und Panaschieren-Wahlrecht gilt, bei dem man jedem Kandidaten einzeln seine Stimme geben kann, hat das etwas gedauert. Und am Ende wurde es dann etwas knapp, so daß die Schlange immer länger wurde.

Die allgemein geringe Wahlbeteiligung ist sehr zu bedauern, aber es ist trotzdem schön zu erleben, daß die, die wählen wollen auch Wartezeiten von über 20 Minuten auf sich nehmen. Wenn schon denn schon.

Dienstag, 21. März 2006

Frühling

Jetzt kann es keiner mehr leugnen, der Frühling ist da!
Für mich hat er zwar schon am Freitag angefangen, weil es da auch schon mal schön warm (aber immerhin etwas wärmer) war, aber die letzten beiden Tage machen doch Hoffnung. Als ich besagten Freitag aus dem Haus gegangen bin und der erste frühlingshafte Sonnenstrahl mich traf, hatte ich sofort gute Laune. Dies hielt sogar nicht nur diesen Tag an, sondern verschwand auch das Wochenende nicht, auch wenn wir am Samstag noch vom letzten aufbäumen des Winters heimgesucht wurden. Aber es war eh ein tolles Wochenende. Wir waren in Fulda und haben uns ein Musical angesehen. "Blood Brothers" kann ich nur empfehlen, wer die Gelegenheit hat sich das anzuschauen, der sollte das tun.
Aber zurück zum Thema. Vielleicht schaut jetzt jemand aus dem Fenster und sieht die Auswirkungen der polaren Luftströmungen und fragt sich, wo der Frühling denn sein soll. Er ist da, er versteckt sich nur und es dauert nicht mehr lange, da tritt er hervor und vertreibt den Winter endgültig. Man merkt es auch schon. Die Sonne ist warm, wenn sie scheint, der lästige Splitt verschwindet mehr und mehr von der Straße, die ersten Frühlingsblumen wachsen auf den Wiesen und auch sonnst sprießt es schon an allen Enden.
Jetzt fehlt nur noch eines. Na, ihr ahnt schon was?! Es fehlt der konkrete Grund für die echten Frühlingsgefühle. Im Moment bin ich noch guter Hoffnung, weil der Frühling gerade erst anfängt. Aber der Sommer kommt auch irgendwann, und dann ist es meist mit Frühlingsgefühlen Essig. So weit sind wir noch nicht.
Jetzt wünsche ich Euch einen schönen Frühling und genießt die Sonne. Den ersten Frühlingsboten habe ich heute auch schon entdeckt, der wurde auch von der Sonne geweckt.